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"Neo-Astrologie" (GAUQUELIN 1983).
Sie tendiert bei der "Erklärung" astrologischer Zusammenhänge zu naturwissenschaftlichen Konzepten,
ohne jedoch der vereinfachenden Vorstellung von Planeten-Wirkungen [...] zu verfallen.
Mit der Symbolischen Astrologie hat sie kaum mehr gemeinsam als die Alchemie mit der Chemie,
insbesondere im Hinblick auf die Methodik des Vorgehens:
An die Stelle einer universalen, in Symbolen vermittelten "Theorie" über den Zusammenhang
zwischen Kosmos und Mensch, tritt die Überprüfung von Einzelhypothesen über Korrelationen
zwischen klar definierten astronomischen Einzelfakten und ebenso klar definierten isolierten
Merkmalen einer Person, also Statistik
(GAUQUELIN 1983, STARK 1985, EYSENCK/NIAS 1982, DWYER 1983a+b).
Michel Gauquelin (*13.11.1928 Paris, †20.05.1991) gilt als Begründer der statistischen Neo-Astrologie.
Als Statistiker, Psychologe und von Kindesbeinen an astrologisch interessiertem Sportsmann erkannte er die
Korrelation zwischen den persönlichen Eigenschaften eines Menschen und der Konstellation der Planeten.
Das neoastrologische Fundament, die statistische Wahrheit und besagte Korrelationen zwischen menschlichen
Eigenschaften und Planetenstand ist als einziges dazu in der Lage in einem sich ständig veränderndem
Universum immer noch zutreffende astrologische Aussagen zu treffen. Man stelle sich nur vor der Mars
oder der Jupiter würden ihre angestammte Position im Sonnensystem verlassen.
Das Ende der klassischen Astrologie wäre die Folge.
Eine an »Sammlung von Beobachtungen« orientierte Astrologie ist dagegen jederzeit in der Lage, bei
Vorliegen neuer Fakten die bisherigen Regeln (gegebenenfalls vollständig) zu ändern.
Dies ist auch der Weg der sogenannten »Neo-Astrologie«.
[Niehenke, Peter <1949 - >: Astrologie : eine Einführung. -- Leipzig : Reclam, 2000 (©1994). --
(Reclam-Bibliothek ; 1705). -- ISBN 3379017051. -- S. 226 - 228. --
Aus dieser Überzeugung heraus sammelten die Gauquelins , also Michel und seine erste Frau
Françoise Schneider-Gauquelin gewaltige Datenmengen, besorgten sich von Standesämtern die Geburtsdaten
herausragender Persönlichkeiten und kamen zu erstaunlichen signifikanten Korrelationen.
Unter diesen Signifikanzen fand sich zum Beispiel auch
"daß bestimmte Mond - und Saturnkonstellationen am Kulminationspunkt (Medium Coeli) im
Geburtshoroskop Einfluß darauf haben, ob die Betreffenden eher zu
Sportkarrieren neigen oder eben nicht." [Grave,Mirko,Berlin,2010,PREWikipediaArtk]
Am Schluss seines Lebens forderte Gauquelin eine sogenannte "Neo-Astrologie", also eine Reform der
Astrologie nach dem quantitativ-statistischen Ansatz.
Danach sollten Astrologen sich in ihren Aussagen auf die statistisch bewiesenen Zusammenhänge beschränken.
"Theodor Landscheidt, Geophysiker, Klimatologe, Astronom und
Neoastrologe ist ein Verfechter der Theorie, dass physisch und
physikalisch erfassbare Faktoren für astrologische Energien
verantwortlich sind. Diese können im Horoskop erkannt werden.
Landscheidt erarbeitete die astrologisch wirksamen Aspekte des 'goldenen
Schnittes' und verband noch weitere Planeten mit den gauquelinschen
Statistiken. Auch sagte er von ca. 1980 bis 2000 mehrere schwerwiegende
Naturereignisse voraus und prognostizierte exakt viele Sonnenaktivitäten
- und Zyklen. Außerdem vertrat er die Verwendung der geozentrischen
Planetenknoten."[Grave,Mirko,Berlin,2010,PREWikipediaArtk]
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"Und in allen vorgebrachten Meinungen
liegt ein Körnchen Wahrheit, denn die Astrologie
gleicht einem uralten, schon sehr baufälligen
Tempel, an dem im Laufe der Jahrhunderte viele Baumeister
und Pfuscher herumgeflickt haben. Das astrologische
Lehrgebäude ist wie ein Konglomerat von Gesteinsarten
aus verschiedenen geologischen Epochen, in dem Altes
und Neues, Mythos und Wissenschaft, physikalische und
psychologische Erkenntnisse bunt gemischt und zusammengekleistert
wurden. Daher die vielen Widersprüche in der Astrologie,
daher auch die Unmöglichkeit, für das Gesamtgebiet
der Astrologie eine einheitliche Erklärungshypothese aufzustellen."
(KNAPPICH 1967, 307f)
Impressum:
Inhaber: Mirko Grave
Kastanienallee 12
10435 Berlin
m.grave at astrorabe punkt de
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